Personne arrosant une grande surface de plantes vertes dans une serre, entourée de rangées de pots de fleurs suspendus au plafond.

Die Anhebung des Pensionsalters macht sich bemerkbar: Die Zahl der Erwerbstätigen über 65 Jahre steigt stark an

Immer mehr Beschäftigte bleiben auch nach ihrem 65. Lebensjahr berufstätig. Dies geht aus den neuen Arbeitsmarktzahlen des Landesamts für soziale Sicherheit (LSS) hervor. Im zweiten Quartal des Jahres 2026 lag die Zahl der Beschäftigten im Alter von 65 Jahren und älter um 22 % höher als im Vorjahr – und sogar um 52 % höher als vor zwei Jahren. Zum ersten Mal schlägt sich die Anhebung des Pensionsalters deutlich in den Arbeitsmarktzahlen nieder.

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Rückgang bei jüngeren Beschäftigten

Die neuen Zahlen des Landesamts für soziale Sicherheit (LSS) für das zweite Quartal 2026 bestätigen das Nullwachstum, das auf unserem Arbeitsmarkt bereits seit einigen Quartalen anhält. Die Zahl der Beschäftigten, der Arbeitsplätze und des Arbeitsvolumens (in Vollzeitäquivalenten) ist leicht zurückgegangen. 

In den meisten Altersgruppen ist ein leichter Rückgang der Beschäftigung zu verzeichnen. Bei den jüngsten Beschäftigten (unter 25 Jahren) ist die Zahl der Arbeitsplätze um 3 % zurückgegangen. 

„Das ist ein auffälliger Trend, den wir genau beobachten müssen“, erklärt Jasper Hubeau (Direktor des Finanz- und Statistikdienstes des LSS). „Es ist nicht auszuschließen, dass die Automatisierung dabei eine Rolle spielt, unter anderem durch KI. Aktuelle Untersuchungen der Stanford University zeigen, dass sich die größten Auswirkungen der KI auf den Arbeitsmarkt bei den Berufseinsteigern bemerkbar machen.“ 

Auswirkungen der Pensionsreform

Eine große Ausnahme von diesem negativen Trend bilden die Beschäftigten ab 65 Jahren. In dieser Altersgruppe ist der Anstieg so stark, dass er den Rückgang in anderen Altersklassen fast vollständig ausgleicht.

Im zweiten Quartal waren 83.528 Personen über 65 Jahre erwerbstätig, teils als „normale“ Beschäftigte (65 %), teils als Flexi-Job-Beschäftigte (35 %).

Bei den Nicht-Flexi-Job-Beschäftigten stiegen die Zahl der Arbeitsplätze (+25,6 %) und das Arbeitsvolumen (+33,8 %) im Vergleich zum Vorjahr spektakulär an. Im Vergleich zu 2024 ist der Anstieg noch deutlicher. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg seit 2024 um 52,2 % und das Arbeitsvolumen um 58 %. 

Bei den Flexi-Job-Beschäftigten fallen die Zuwächse etwas geringer aus. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg bei ihnen innerhalb eines Jahres um 15 % und innerhalb von zwei Jahren um 48,6 %. Das Arbeitsvolumen stieg im Vergleich zu 2025 um 15,4 % und im Vergleich zu 2024 um 51,9 %.

Obwohl der Erfolg der Flexi-Jobs eine Rolle bei der gestiegenen Erwerbstätigkeit der über 65-Jährigen spielt, gibt es noch ein weiteres Phänomen, so Jasper Hubeau. „Hier zeigen sich vor allem die Auswirkungen der Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters, die im Jahr 2025 in Kraft trat. Der Anstieg ist bei Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten deutlich stärker ausgeprägt als bei den Flexi-Job-Beschäftigten. Es ist das erste Mal, dass sich die Pensionsreform so deutlich in unseren Statistiken widerspiegelt.“

Arbeitsplatzverluste in der Industrie

Auf Branchenebene steht die Beschäftigung in der Industrie weiterhin unter Druck. Insbesondere die Textil- und Papierbranche sind stark betroffen. Das Wachstum in den Dienstleistungsbranchen gleicht den Verlust teilweise, jedoch nicht vollständig aus. 

Weitere Informationen 

Schnellschätzungen zur Beschäftigung (zweites Quartal 2026)